Heilstätte bzw. Westerwaldklinik

Zufahrt mit Erstbepflanzung 1904

Zufahrt mit Erstbepflanzung 1904

Die „Lungenheilstätte Waldbreitbach“ nach der Fertigstellung 1903

Von dem „Verband zur Errichtung für Volksheilstätten im Regierungsbezirk Koblenz“ 1903 eingerichtet, hat die seinerzeit bezeichnete „Heilstätte für Lungenkranke“ zusammen mit den sozialen Gesundheitseinrichtungen der
hiesigen Ordensgemeinschaften wesentlich dazu beigetragen, die wirtschaftliche Struktur des heimischen Raumes zu stärken.

Die Bauausführung 1901 bis 1903 lag in den Händen der lothringischen Baugesellschaft Metz. Für die Erstellung der Fundamente und des Mauerwerkes erhielt der Unternehmer von der damaligen Gemeinde Bremscheid die Erlaubnis, im „Bitzerberg“ und im „Rälster“ die Steine zu brechen. Unter der Aufsicht des verantwortlichen Ing. Eichner als Baumeister führten Lorenz Becker und Franz Oswald aus Hochscheid die Sprengungen durch, und
aus den genannten Anlagen wurden insgesamt ca.1200 cbm Steine gebrochen. Diese wurden noch in „Schachtruthen“ abgerechnet. Die Inbetriebnahme der ehemaligen Heilstätte erfolgte am 1. Juli 1903.

1908

1908

1910

1910

Um 1912 Text auf Rückseite: Liebe Ida, wir sind seit gestern hier und freuen uns der herrlichen Abwechslung und guten Luft....Alles Gute zum heutigen Tage. Heute morgen waren wir in Waldbreitbach und haben auch den Kirchhof besehen. Es ist reizend hier....

Um 1912
Text auf Rückseite: Liebe Ida, wir sind seit gestern hier und freuen uns der herrlichen Abwechslung und guten Luft….Alles Gute zum heutigen Tage. Heute morgen waren wir in Waldbreitbach und haben auch den Kirchhof besehen. Es ist reizend hier….Euch allen herzliche Grüße Ulla

Bereits 1913 war eine Erweiterung notwendig. Mit 134 Betten übernahm 1920 der Rentenversicherungsträger LVA Rheinprovinz das Haus als Behandlungsstätte zur Abwehr gegen die Volksseuche Tuberkulose. Mit Um- und Erweiterungsbauten im Zeitraum von1958 -1960 und mit der Errichtung neuer Unterkünfte für Verwaltung und Personal bei gleichzeitiger Modernisierung der Haustechnik hat der Träger den Ansprüchen der Zeit ständig Rechnung getragen. Fortschritte der Medizin wie auch ein verbessertes Lebensumfeld der Menschen trugen mit dazu bei, daß die ursprünglich folgenschweren Erkrankungsformen eingedämmt wurden. Durch eine Veränderung gesetzlicher Voraussetzungen wurde die Zuständigkeit für die bisherige Behandlung der Patienten dem Sozialzweig der Krankenversicherungen übertragen.

Der Hausdiener Josef Küpper 1926 beim Paket- und Brieftransport zur Heilstätte

Der Hausdiener Josef Küpper 1926 beim Paket- und Brieftransport zur Heilstätte.

1930

1930

1984/85 drohte die Gefahr, daß die langjährige Gesundheitseinrichtung total geschlossen werden sollte. Mit dieser denkbaren Veränderung standen viele Arbeitsplätze dieser Region auf dem Spiel. Nach schwierigen Verhandlungen, Anhörungen und intensiven Kontakten mit Regierungsstellen und den Organen der verantwortlichen Gewerkschaft, sowie nachhaltigen Bemühungen der örtlichen Krankenhausleitung und der hiesigen Kommunalverwaltung endete 1987 die Ungewißheit. Die durch gemeinsame Betriebsführung 1988/90 eingeleiteten grundätzlichen baulichen Umgestaltungen des ehemaligen Klinikgebäudes mit einem Gesamtaufwand von ca. 50 Mio DM waren Voraussetzung dafür, daß im Juni 1990 die ersten Patienten in der neuen Westerwaldklinik wieder aufgenommen werden konnten.

Unter bewährter ärztlicher Leitung und der Mitarbeit von qualifiziertem Behandlungs- und Betreungspersonal werden in der modernen Klinik heute stationäre medizinische Rehabilitationsmaßnahmen mit Schwerpunkt Neurologie und Psychosomatik durchgeführt.

(Text nach Richard Schicker Nov. 1997)

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Tolle Idee und super umgesetzt !!!

    Zur Historie der „Heilstätt“ liegt mir ein ca. 8 Seiten umfassendes Text – und Bildmaterial bis zum Jahr 1990 vor ( zusätzlich auch vom Umbau 2003 )

    Besteht hierfür Verwendung ?

    Viele Grüße
    Klaus Speer
    Am Kaltberg 36
    56588 Waldbreitbach

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    • Lieber Herr Speer,
      vielen Dank für das Lob und Ihr Angebot. Grundsätzlich sind wir immer an solchen Inhalten interessiert. Hier sind evtl. urheberrechtliche Dinge zu beachten. Dies können wir gerne prüfen, wenn Sie uns Ihr Text- und Bildmaterial zur Verfügung stellen. Wir melden uns bei Ihnen!
      Beste Grüße
      G. Rams

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  2. Lt. Geburtsurkunde Nr. 77 zeigte am 5. August 1902 der Chefarzt Doctor medicinae Hermann Schüler an, daß von der Marie Schüler, geborene Bergemann, seiner Ehefrau, wohnhaft bei ihm, zu Waldbreitbach Lungenheilstätte in seiner Wohnung am vierten August des Jahres tausend neunhundert zwei ein Mädchen geboren worden sei und daß das Kind die Vornamen Marie Hedwig Gerda erhalten habe.

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