Pfarrkirche

Älteste fotografische Dorfansicht um 1875 mit Nassen's Mühle und altem Kirchengebäude mit Commende

Älteste fotografische Dorfansicht um 1875 mit Nassen’s Mühle und altem Kirchengebäude mit Commende

Ansicht 1875 mit altem Kirchengebäude und rechts Commende (Aufnahme C. Spiegel) Im Hintergrund links Schornstein Grube Katzenschleife

Ansicht 1875 mit altem Kirchengebäude und rechts Commende (Aufnahme C. Spiegel)
Im Hintergrund links Schornstein Grube Katzenschleife

Zur Geschichte der Pfarrkirche

Ob die im 13. Jahrhundert erbaute Kirche, von der heute noch der Turm erhalten ist, schon eine Vorgängerin hatte, kann so nicht behauptet werden; es ist aber sehr stark zu vermuten. Mag es auch ein einfaches Holzkirchlein gewesen sein, dem Wind und Wetter und Kriegszeiten arg zusetzten, ganz gewiß war vor der letzten Kirche, deren spätromanischer Turm mit dem Deutschen Ordenswappen auf die Deutschordensritter als Erbauer hinweist, schon ein Gotteshaus vorhanden. Lange sollte die letzte Kirche, die schon 1767 als zu eng und 1787 als schlecht bezeichnet wird, als Pfarrkirche dienen. Sie hatte einen polygonalen Chor, war 103 Fuß lang und 20 Fuß breit, erhielt 1810 eine Holztonnendecke, das Mauerwerk war aus heimischen Bruchsteinen. Der nach Norden an der Naht von Chor und Schiff sich ansetzende Turm sollte in den Jahren 1876-78 einen prächtigen geräumigen Neubau vonSchiff und Chor sehen…….

Pfarrkirche um 1875 vor dem Abriss

Pfarrkirche um 1875 vor dem Abriss

Der Innenraum der Pfarrkirche um 1875 vor dem Abriss

Der Innenraum der Pfarrkirche um 1875 vor dem Abriss

Am 7. Januar 1877 fand unter äußerst reger Beteiligung der Pfarrangehörigen die feierliche Grundsteinlegung statt. Der Grundstein wurde sichtbar auf der Evangelienseite neben der Sakristeitüre eingemauert.

Bischof Korum konsekrierte die neue Pfarrkirche zu Waldbreitbach bei seiner ersten Visitationsreise auf den Westerwald am 17. Juni 1881.

Neue Pfarrkirche um 1900 - links das Kaufhaus Scheid und rechts Gasthaus "Zum Schützenhof"

Neue Pfarrkirche um 1900 – links das Kaufhaus Scheid und rechts Gasthaus „Zum Schützenhof“

Kirchtreppe im historischen Schmuck beim Bischofsempfang um die Jahrhundertwende

Kirchtreppe im historischen Schmuck beim Bischofsempfang um die Jahrhundertwende – vermutlich 1908

 

Ohne Kran und Netz - Kirchturmreparatur 1926

Ohne Kran und Netz – Kirchturmreparatur 1926

Dem Mutigen gehört die Welt! - Kirchturmreparatur 1926

Dem Mutigen gehört die Welt! – Kirchturmreparatur 1926

Hoch, höher, Kirchturmspitze! - Kirchturmreparatur 1926

Hoch, höher, Kirchturmspitze! – Kirchturmreparatur 1926

Kirchturmreparatur 1926

Kirchturmreparatur 1926

Gegen Ende des 2. Weltkrieges (1939-1945) wurde auch unsere Pfarrkirche durch Artilleriebeschuß schwer mitgenommen. Die Decken von Chor- und Seitenschiffen stürzten ein; alle Gewölbe bekamen Risse; der Turm verlor seine Bedachung; die Fenster wurden des Glases beraubt.

Altes Kirchenportal mit Hochzeitspaar Gertrud Pütz und Josef Zimmermann - 1932

Altes Kirchenportal mit Hochzeitspaar Gertrud Pütz und Josef Zimmermann – 1932

Nach den folgenschweren Kriegsjahren beginnt sich das Leben in der Pfarrei wieder zu normalisieren. Eltern und Angehörige feiern mit dem Schuljahrgang 1939 das Fest der ersten heiligen Kommunion. Soweit durch Kriegseinwirkung nicht zerstört, prunkt der Altarraum im Festtagsschmuck. Von der reichhaltig geschnitzten Kanzel aus, spricht Pastor Bertram Möhren zu den Gläubigen. Ob der Pastor seine Pfarrkinder mit den hungrigen Mägen zu fesseln vermochte?  Vermutlich machten sich die Eltern auch während des Gottesdienstes noch erhebliche Gedanken über die Zubereitung des in diesen Tagen eher karg ausfallenden Speiseplanes für den Festtag. Vielleicht hatten die Paten des Kommunionkindes mit ihrer Maggelbegabung etwas 'Fettiges' organisiert, oder als Geschenk zum hohen Ehrentag einige Markenabschnitte für Butter oder Fleisch ihrer eigenen Lebensmittelkarte mitgebracht. - Oder die Oma hatte heimlich ein Kälbchen schlachten lassen, wer weiß?        Pater Norbert Hartmann im Chor, macht auch nicht gerade einen wohlgenährten Eindruck.

1948 – Nach den folgenschweren Kriegsjahren beginnt sich das Leben in der Pfarrei wieder zu normalisieren. Eltern und Angehörige feiern mit dem Schuljahrgang 1939 das Fest der ersten heiligen Kommunion. Soweit durch Kriegseinwirkung nicht zerstört prunkt der Altarraum im Festtagsschmuck. Von der reichhaltig geschnitzten Kanzel aus spricht Pastor Bertram Möhren zu den Gläubigen. Ob der Pastor seine Pfarrkinder mit den hungrigen Mägen zu fesseln vermochte? Vermutlich machten sich die Eltern auch während des Gottesdienstes noch erhebliche Gedanken über die Zubereitung des in diesen Tagen eher karg ausfallenden Speiseplanes für den Festtag. Vielleicht hatten die Paten des Kommunionkindes mit ihrer Maggelbegabung etwas ‚Fettiges‘ organisiert, oder als Geschenk zum hohen Ehrentag einige Markenabschnitte für Butter oder Fleisch ihrer eigenen Lebensmittelkarte mitgebracht. – Oder die Oma hatte heimlich ein Kälbchen schlachten lassen, wer weiß? Pater Norbert Hartmann im Chor macht auch nicht gerade einen wohlgenährten Eindruck. (Quelle: Richard Schicker 1998)

Pfarrer Möhren ließ baldmöglichst die größten Schäden beseitigen. Das Gewölbe des Hauptschiffes hatte noch seine bedenklicher werdenden Risse.

Anfang der 1950er Jahre "Wir bringen Euch den Kirchenhahn, der zeigt Euch stets das Wetter an. Von Nord nach Süd, von Ost nach West, und auch das Trinkgeld nicht vergeßt!" v.l.n.r. Toni Schneider, Jörg Wistuba (Schwager von Willi Zimmermann, Dachdecker), Franz-Josef Schicker

Anfang der 1950er Jahre
„Wir bringen Euch den Kirchenhahn, der zeigt Euch stets das Wetter an.
Von Nord nach Süd, von Ost nach West, und auch das Trinkgeld nicht vergeßt!“
v.l.n.r. Toni Schneider, Jörg Wistuba (Schwager von Willi Zimmermann, Dachdecker), Franz-Josef Schicker

Im Jahre 1956 beschloß der Kirchenvorstand, nicht nur die letzten Kriegsschäden im Innern der Pfarrkirche zu beseitigen, sondern auch das Innere des Gotteshauses nach den Plänen von Architekt Helmut Rams, Waldbreitbach, der auch die Fensterentwürfe schuf, umzugestalten. Die Kosten dafür waren mit 80.000 DM veranschlagt. Am 10. September 1956 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Bereits am Christkönigsfest, am 28. Oktober 1956, konnte die Pfarrgemeinde unter Leitung ihres Seelsorgers, Pfarrer Werner Sandkaulen, feierlich in die renovierte Kirche einziehen.

Pfarrkirche innen, Mittelgang

Pfarrkirche innen um 1959 – Mittelgang

AppleMarkInnenraum vor der Renovierung im Jahr 1977

kirche_innen_sw_1959_willi_800Im Jahre 1972 beschloß der Kirchenvorstand unter Vorsitz von Pastor Otto Berberich die gründliche Instandsetzung und eine den sakralen Erfordernissen entsprechende Restaurierung der Pfarrkirche durchzuführen. In drei Bauabschnitten wurden die Maßnahmen nach Plänen von Architekt Henn, Siebenmorgen, verwirklicht. Neben der Sanierung von Fundamenten, Mauern, Gewölben und Dach sowie der zeitgemäßen technischen Ausstattung wurde das Innere des Gotteshauses unter Anleitung und Mitwirkung der Restauratorin Gisela Schreyögg aus Leutesdorf restauriert und neu gestaltet. Unter anderem wurde der Boden mit Fliesen aus Trierer Sandstein belegt, alte Decken- und Gewölbematerialien wurden freigelegt, der gesamte Innenraum erfuhr einen neuen Anstrich, die Kirchenbänke wurden überarbeitet und in einer neuen Anordnung aufgestellt, zudem wurde im rechten Seitenchor die Taufkapelle errichtet. An Weihnachten 1977 konnten die Gottesdienste wieder in der Pfarrkirche gefeiert werden.

(Quelle: 750 Jahre Katholische Pfarrgemeinde „Maria Himmelfahrt“ Waldbreitbach – Alfons Hoffmann/Johann Hohn/Richard Schicker)

Gerüst im Innenraum während der Renovierung 1977

Gerüst im Innenraum während der Renovierung 1977

Original-Malereien von 1881 - freigelegt 1977

Original-Malereien von 1881 – freigelegt 1977

Original-Malereien von 1881 - freigelegt 1977

Original-Malereien von 1881 – freigelegt 1977

Original-Malereien von 1881 - freigelegt 1977

Original-Malereien von 1881 – freigelegt 1977

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