Commende

Rosastift 1936

Rosastift 1936

Kindergarten in der Commende 1912 Am rechten Bildrand Gertrud Pütz

Kindergarten in der Commende 1912
Am rechten Bildrand Gertrud Pütz

Kriegsküche 1915

Kriegsküche 1915

Nähschule 1930 im Sankt Rosastift links außen Anna Schausten, oben in der Mitte Magda Schäfer, rechts außen Therese Engels

Nähschule 1930 im Sankt Rosastift
links außen Anna Schausten, oben in der Mitte Magda Schäfer, rechts außen Therese Engels

Ausflug der Nähschule 1931 links Magda Schäfer, 6. von links Trautsche Linzenbach, 2. von rechts Gertrud Schmidt

Ausflug der Nähschule 1931
links Magda Schäfer,  Trautschen Becker (vh Wittlich), 5. von links Lieschen Zimmermann (vh Becker), 6. von links Trautsche Linzenbach, 2. von rechts Gertrud Schmidt, vorne ganz rechts Paula Füllenbach (vh Platten) Mutter von Helga Reiprich

 

Kindergarten um 1932 vorne v.l.n.r. Marianne Görgen, Heinrich Hopp, Hermann Hopp

Kindergarten um 1932
vorne v.l.n.r. Marianne Görgen, Heinrich Hopp, Hermann Hopp

Kindergarten - Entlassung in die Volksschule 1936

Kindergarten – Entlassung in die Volksschule 1936

Nähschule um 1940?

Nähschule um 1940?

Chronik „Die Commende zu Waldbreitbach“

Text von Richard Schicker (Nov. 1997) – Quelle u. a.: Archiv der Verbandsgemeinde Waldbreitbach

Ein gepflegter, kleiner Rosenpark läd förmlich ein, die alte Commende zu Waldbreitbach zu besuchen. Das stabile Grundmauerwerk, nach bewährten Techniken längst vergangener Tage erstellt, wüsste manches über die Bedeutung dieser Anlage in enger Nachbarschaft der katholischen Kirche zu erzählen. Als diese Bild entstand, etwa 1929/30 war das Areal der Commende im Besitz der Franziskanerinnen des St. Marienhauss. Diese nutzten das Haus u. a. als Kindergarten, als Heimstatt für alleinstehende Damen und richteten eine Haushaltungs- und Nähschule ein. Bis zum Jahre 1985, da die Gemeinde Waldbreitbach die Immobilie erwarb – die Pfarrgemeinde zeigte an dem Besitz kein Interesse – führte das Haus den Namen „Rosastift“. Was die Gemeinde Ende der 1980er Jahre dazu bewogen hat, die gesamte Anlage, fast im Zentrum ihres Dorfes gelegen, zu veräußern, wird aus heutiger Sicht aus gutem Grunde kritisch hinterfragt. Wie führt Albert Hardt in seiner Schrift „Im Lande der Neuerburg an der Wied“ aus, indem er meint: „Dies Gebäude ist ganz ohne Zweifel das geschichtlich bedeutsamste und architektonisch wertvollste Gebäude des ehemaligen Amtes Neuerburg. Für seinen Erhalt werden zu allen Zeiten die Menschen des Breitbacher Landes aufgerufen sein.“ Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts unterhielten die Geschwister Anna und Klara Hermes, welche das Objekt 1879 von dem Fürsten zu Wied erwerben konnten, im Hauptgebäude ein „Pensionat“. Zahlreiche Räume, für damaligen Komfort vielseitig zu nutzen, waren für 34 Bewohner komplett ausgestattet. So wird in einem Inventarverzeichnis von 1883 zu Ausstattung des  „Pensionats der Lehrerinnen“ u.a. berichtet von: 34 Betten mit Zubehör u. Leinenzeug, 32 Nachttische, 30 Kleiderschränke, ferner  Vorratsschränke, Spinde, Bänke, großer Mahagoni-Tisch, 12 weitere Tische, 74 Rohr-Stühle, Sofa, Sessel, Fußbänke, Garderobenhalter, Bibliothek, Bilder, div. Geschirr, Nähmaschinen, Nähtisch, Schulbänke und 2 Klaviere. Nach einer Privat-Anzeige, die im Mai 1838 im „Fürstlich Wiedischen Regierungsblatt“ Nr. 19 veröffentlicht wurde, machen der Leopold Seligmann, Koblenz, und Phillip Wilh. Reinhard zu Neuwied darauf Aufmerksam, daß ein „Comente-Gut zu Waldbreitbach, zwei Stunden vom Rheine, seitwärts Neuwied, am Wiedbach gelegen“ zur öffentl. freiwilligen Versteigerung ausgesetzt sei. Sie schreiben: „Dieses Gut eigne sich wegen seiner angenehmen Lage sowohl zu einem herrschaftlichen Sommeraufenthalt, als auch wegen der Fruchtbarkeit des Bodens zur Betreibung einer Landwirtschaft. Es besteht außer einem gut erhaltenen Hauptwohnhause und Gartenanlage noch aus einem neu erbauten Oekonomie-Gebäude, Stallung, Scheune und Remise, circa 100 Morgen Ackerland und Wiesen, einer sehr ausgedehnten Jagdgerechtigkeit und Fischerei.“ Das Hauptgebäude, wie wir es heute kennen, ungenutzt, leider übel vernachlässigt, stammt aus dem Jahre 1703. Vor dieser Zeit schon hatte der Deutsche Orden, dem 1260 das Patronat der Kirche zu „Brettbach“ übertragen war, ein Domizil in Waldbreitbach. Es ist anzunehmen, seit 1271 an gleichem Platze. Wie sonst, nach wissenschaftl. verfassten Berichten nachgewiesen, hieße es um 1703: „Unter Landcomtur van Loe´ zog man in den Jahren 1703/1704 das Kommenden-Haus auf dem Keller des alten Baus neu hoch.“ Diesen Keller mit gewaltiger Außenmauerung, einer meisterlichen Konstuktion des sehenswerten Gewölbes, kann man heute noch bewundern. Wenige Jahre nach Verwirklichung des Neubaues, etwa um 1718, erbaute der Deutsche Orden „ein pferdstall vor acht Pferd“. In den folgenden Jahren erwähnt man, „es seint zwei viehe ställe so mit Stroh gedeckt“, und weiter „unter demselben noch eine vieh stall – eine fuderkammer und darunter noch drey kleine Ställe für klein viehe…“. Etwa um 1740-1750 wird in den Visitations-Protokollen berichtet von „…dem Weyer der, rechter Hand vom oberen Garten etwa ein Büchsenschuß entfernt, angelegt sei“. Dieser sei mit „Karpfen, Schleyen und Forellen“ besetzt. Über die Anlage einen neuen Brunnens der Commende ist in einem Nachweis der Akte des LHA Koblenz, Nr. 120, S. 203, um 1750 zu lesen: „….und besonders die noth und wohlanständigkeit erfordern thut, daß der brunnen zu Waldbrtb. in dem Kelterhaus wieder hergestellet werden, anerwogen im ganzen Dorf kein einziger Brunnen  mehr vorhanden und alles Wasser zur täglichen notdurft, ja zum hl. Messopfer  selbsten aus denen Commende weyheren genommen werden muß….“ Bezüglich weiterer Einrichtungen in oder um die Commende weisen andere Protokolle aus „ein Backhaus, und den Kelter“. Zudem wird die Planung eines Brauhauses erwähnt. Der Neubau, sowie auch die vorangegangenen Einrichtungen konnten nur unter Inanspruchnahme von Finanzmitteln aus einem „Vellbrück´chen Legat“ realisiert werden. Aus alledem ist zu entnehmen, daß die Commende selbst, soweit die Komturen hier residierten, auch für die Bewohner von Bedeutung war, so z.B. für die Entfaltung der „pfarrlichen Organisation“. Selbst wenn nicht alle Komturen den kirchl. Aufgaben immer mit dem Grad höchster Aufmerksamkeit nachgingen, so hat die Tätigkeit des Ordens über Jahre gewaltigen Einfluß auf das Pfarrleben und den Alltag des Waldbreitbacher Kirchspiels gehabt. Über wesentliche Details aus dem Wirken des „Duitschen Ordens“ zu Waldbreitbach, über die Commende und die dazugehörigen Höfe hat Albert Hardt in dem von ihm 1987 verfassten Buch sehr aufschlußreich berichtet. Auf Grund seiner Forschung hatte er nachhaltig Anlass, damit an die Bedeutung des Ordens zu erinnern, wie auch die Entwicklung der Commende und deren Folgen für Land und Leute auszuleuchten. Wenn man allerdings heute einmal genau hinschaut, in welchem Zustand sich das Commende-Gebäude und das Umfeld darstellt, und nach dem netten kleinen Rosenpark sucht, kann man nur traurig seine Blicke abwenden. Ein aus dem Jahre 1659/60 verfasstes Urteil über den „herunter gekommenen Zustand“ damals, könnte man sich heute mit Fug und Recht treffend anschließen. Es hieß seiner Zeit: „….allein das Haus ganz ruiniert gefunden.“

Anmerkung der Redaktion „… Im Jahr 2008 erwirbt Viktor Schicker die Commende von der Investorengruppe sowie das nördlich angrenzende ehemalige Hofgrundstück von der Gemeinde Waldbreitbach. Eine Umgestaltung zu einem Wohn- und Geschäftshaus beginnt im März 2009. …“ (Weitere Informationen unter www.commende-waldbreitbach.de )

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. zu Foto „Ausflug Nähschule“:

    neben Magda Schäfer: Trautschen Becker, vh. Wittlich
    5. von links meine Mutter: Lieschen Zimmermann, vh. Becker
    vorne ganz rechts: Paula Füllenbach, vh. Platten, Mutter von Helga Reiprich

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