Heimsparbüchse – Fleiß und Sparsamkeit bringen Glück und Zufriedenheit

Anmerkung der Redaktion: Die Abbildungen der Heimsparbüchse stammen von der Internetseite „Groschen-Bleibe – Die gute alte Zeit der Heimsparkassen“ (www.heimsparkassen.de). 

Artikel der Rhein-Zeitung vom 16. Juni 1928 zum Thema "Einführung der Heimsparrbüchsen für Schulkinder"

Klartext zum Artikel aus der Rhein-Zeitung vom 16. Juni 1928

Waldbreitbach, 16 Juni. In der hiesigen Schule wurden Sparbüchsen gratis an die Schulkinder verteilt. Die Sparbüchsen sind sehr schön hergestellt und sollen den Zweck haben, die Jugend zum Sparen anzuregen. Die Sparbüchse trägt den Namen „Heimsparbüchse“ mit dem Bildnis einer Mutter mit ihrem Kinde das eine gleichartige Sparbüchse und ein Geldstück in der Hand hält, um es in die Büchse einzuwerfen. Auf der Rückseite ist das Bild eines arbeitenden Landwirtes angebracht mit dem Sprüchlein: „Fleiß und Sparsamkeit bringen Glück und Zufriedenheit.“ An einem Seitenende haben wir das Bildnis eines alten Ehepaares mit dem schönen Spruch: „Wer in der Jugend spart, hat im Alter sein Auskommen“. An der entgegengesetzten Seite zeigt das Bild uns eine Raiffeisenkasse, der Rendant und ein Jugendlicher, der Spareinlagen macht. Die Sparbüchsen sind von der örtlichen Raiffeisenkasse der Schule gratis zur Verfügung gestellt, desgleichen 180 Stück Bucheinlagen, worauf folgendes Sprüchlein zu lesen ist: „Spare, lerne, leiste was, so hast du, kannst du, gilst duwas“. Ferner: „In der Jugend baut man sich für das Alter die Hütte. Spare beim Raiffeisenverein“. Wir finden ferner auf dieser Bucheinlage eine Randerung von Kornähren angebracht, in der Mitte aufgedruckt einen Bienenkorb mit schwärmenden Bienen; der Fleiß der Bienen soll uns zur Nachahmung Anregung geben. Außerdem erhielt jedes Kind ein Sparwerbeblatt, woraus zu ersehen ist, wie hoch ein Kapital im Laufe von 5, 10, 15 und 20 Jahren anwächst, wenn man regelmäßig 10, 20, 30, 50 Pfg. zu einer RM. pro Tag spart. In der Praxis hat man mit der Einführung dieser Heimsparkassen große Erfolge erzielt. Es gibt Gegenden, wo durch diese Sparbüchsen das Sparkapital in einem Jahre sich verdoppelt hat. Ein Vorteil für die gesamte Wirtschaft, die kreditbedürftig ist. Es konnten dadurch größere Kredite und Darlehn bewilligt werden und die Allgemeinheit hatte dadurch einen großen Vorteil. Wir wollen hoffen, daß die Einführung dieser Sparbüchse auch in unserem Bezirk gute Frucht und Rendite bringen. So ist dies ein Versuch. Sollte es klappen, so werden auch in den anderen Schulen unseres Amtsbezirkes Neuerburg diese Sparbüchsen eingeführt werden. Mögen alle Lehrpersonen und alle sonstigen Gesellen, die dazu beitragen, die Spartätigkeit in unserer Gemeinde fördernd zu unterstützen, ihren Dank finden im Bewusstsein, einer großen Sache gedient zu haben.